Konzept / Grundlagen

Das 5 Säulen Konzept

Das 5 Säulen Programm des München-Chiemseer Kardioforums ist eine Anleitung zur praktischen Umsetzung  der wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Präventionsleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in einer für Nichtmediziner möglichst gut verständlichen Darstellung. Bei entsprechender Umsetzung kann das individuelle kardiovaskuläre Risiko damit um 70 − 80 % gesenkt werden.

 

Aktuelle Empfehlungen, um sich vor  einem Herzinfarkt zu schützen und jung zu bleiben (in Kurzform)

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Risiko / Prävention

Habe ich ein Risiko? – Was schützt mich?

Was gefährdet mich?

Das München-Chiemseer Kardioforum orientiert sich bei seinem Präventionskonzept vor allem an der Frage, „Was hält uns gesund“. Natürlich müssen zu Beginn auch die Risikofaktoren erfasst werden. Das erfolgt mit den klassischen 3 Risiko-Scores ( Bewertungstabellen ):

  • euroSCORE
  • Framingham
  • CARRISMA

und den Erkenntnissen aus einer großen internationalen Untersuchung, der Interheartstudy, in der 90 % aller Herzinfarkte durch 9 Risikofaktoren vorhersagbar und damit zum größten Teil vermeidbar waren.

Anhand der Risikoabschätzung und der Bewertung, welches Medikament und welche Lebensstiländerung welchen Nutzen bringt, kann dann ein individueller Plan oder am besten eine persönliche Zielvereinbarung festgelegt werden. Insbesondere der Carrisma Score eignet sich hervorragend dafür zu sehen, welche Verbesserung eine Lebensstiländerung oder eine medikamntöse Einstellung bringt.

Prävention ist aber nur erfolgreich, wenn die 3 H berücksichtigt werden:

1. H   = Hirn:           Zusammenhänge verstehen.

2. H   = Herz:          Das Herz muss begeistert werden.

3. H   = Hand:         Nur regelmäßiges Üben/Praxis bringt Nachhaltigkeit.

Rehabilitation

Wie geht es weiter nach einer Herzerkrankung

 

Die Rehabilitation umfasst beim Konzept des München-Chiemseer Kardioforums alle Bereiche der kardiovaskulären Prävention, ergänzt um eine optimale medikamentöse Einstellung der Risikofaktoren und Vermittlung einer „Gebrauchsanweisung“ für den Umgang mit eventuellen Einschränkungen nach einer Herzerkrankung.

 

Ein wesentlicher Bestandteil der Rehabilitation ist daneben die Krankheitsverarbeitung. Dabei hat die psychosoziale Unterstützung bei unserem Konzept einen wesentlichen Stellenwert, zum einen psychologische Beratung und zum anderen Anleitung zur Stabilisierung des eigenen sozialen Netzwerkes, evtl. auch durch Verbindungen zum Freundeskreis der Herzwochen.

Wenn erforderlich wird auch eine kompetente Beratung für evtl. weitere notwendige Operationen oder Stentimplantationen gegeben. Diese möglichst überflüssig zu machen ist aber das wesentlichste Ziel unserer Rehabilitation.

Bei allen Aktivitäten des München-Chiemseer Kardioforums werden sowohl alle Fragen der kardiovaskulären Prävention als auch der Rehabilitation angesprochen. Die Grundlagen sind in dem 5-Säulen Programm zusammengefasst.

Wissenschaftliche Grundlagen

Herz-Kreislauferkrankungen sind zum großen Teil vorhersagbar und damit vermeidbar. Dazu sind in den letzen Jahren hervorragende wissenschaftliche Untersuchungen mit einem hohen Maß an Sicherheit und Evidenz veröffentlicht worden.

Die wesentlichen Erkenntnisse und Empfehlungen aus diesen Untersuchungen sind in den Leitlinien Risikoadjustierte Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen zusammengefasst, die von einem Expertenkreis aus führenden kardiologischen Kliniken unter Mitarbeit verschiedener medizinischer Verbände und Institutionen im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zusammengestellt wurden.

Diese Leitlinien basieren u. a. auf den in der Übersicht aufgeführten „Meilensteinstudien“ oder werden durch sie ergänzt.

Da nicht jeder Mensch in gleicher Weise für Herzerkrankungen gefährdet ist, besteht die Möglichkeit, das individuelle Risiko mit unterschiedlichen Risikoscores abzuschätzen: Proccam-Score, ESC-Score und Carrisma-Score. Damit kann abgeschätzt werden, welchen Vorteil u. a. eine vorbeugende Medikamenteneinnahme ergibt.